"Bunte Hühner" als Form des Kennenlernens und Miteinanders

Die 8-jährige Nina (re.) erklärt Bürgermeister Bernd Albers, Projektleiterin Daniela Ziegenhagen und Kettensägen-Schnitzer Christian Stange (v. l.), wie sie die Gemeinschaftsarbeit am Holzobjekt wahrnahm.

"Bunte Hühner - eine Schule bekennt Farbe", so lautet der Name eines Projektes der Schulsozialarbeit Stahnsdorf an und mit der Grundschule "Heinrich Zille". Es wurde aus dem Wunsch heraus initiiert, eine vorurteilsfreie Möglichkeit der Annäherung von Kindern aus unterschiedlichen Kulturen in dem gemeinsamen Alltagsraum Schule zu schaffen.

Am gestrigen Mittwoch eröffnete der Träger der Schulsozialarbeit, das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), gemeinsam mit der Rektorin der Zille-Schule, Anke Rettig, sowie Bürgermeister Bernd Albers und einigen der am Projekt beteiligten Kinder die Ausstellung zum Projekt, die bis Ende Oktober 2016 zu den Öffnungszeiten des Gemeindezentrums im Foyer zu sehen ist.

Die Ausstellung mit vielen Fotografien und natürlich den sechs Holzhühnern selbst ist bis Ende Oktober 2016 im Foyer des Gemeindezentrums zu sehen.

Wenn "Unbekanntes" oder "Fremdes" zu "Neuem" und "Bereicherndem" wird

"Unbekanntes" oder "Fremdes" löst bei Kindern und Erwachsenen häufig Unbehagen oder gar Ängste aus. Kinder schnappen Bruchteile zum Thema Zuwanderung aus Presse, Öffentlichkeit und sozialem Umfeld auf. Diese oft widersprüchlichen Bruchstücke führen dann meist zu Verwirrung und Befangenheit auf allen Seiten.

In dem Projekt lag der Schwerpunkt auf der Integration der Kinder aus den Vorbereitungsklassen an der Zille-Grundschule in die regulären Klassen. Mit Hilfe eines Kunstprojektes, bei dem ein Kind mit Migrationshintergrund zusammen mit einem Kind aus der zukünftigen Regelklasse ein 1,20 Meter großes Holzhuhn künstlerisch mit Acrylfarbe gestaltete, wurde der Raum für eine vorurteilsfreie Begegnung geschaffen.

Hergestellt wurden die Rohlinge von Kettensägenmeister Christian Stange aus Ilberstedt. Die Kinder erarbeiteten in Zweierteams gemeinsam die Gestaltung des Huhns und brachten dabei die unterschiedlichen Einflüsse ihrer Kulturen ein, um ein spannendes, buntes, neues Kunstwerk zu erschaffen. Sie konnten sich bei diesem Projekt ohne Leistungs- und Zeitdruck kennen lernen, Befremdung abbauen und entdecken, dass das "Neue" eine Bereicherung bietet.

Zwei Exemplare der 1,20 Meter großen "bunten Hühner" aus der aktuellen Exposition.
(Fotos: Gemeinde Stahnsdorf)

Gemeinsame Kreation funktioniert auch trotz gelegentlicher Sprachbarrieren

Auch eventuelle sprachliche Beeinträchtigungen spielten bei dem Art Projekt keine Rolle, da Bildende Kunst kaum des verbalen Austausches bedarf. Es wurde auf diese Art eine Brücke gebildet, bei der die Schüler, die aus der Regelklasse stammen, durch die neue Freundschaft zu dem Klassenkameraden mit Migrationshintergrund zu Paten wurden und gleichfalls zu einem Bindeglied zum Rest der Regelklasse wurden. Sie erleichterten dem Migrationsschüler auf diese Weise die Eingliederung in seine neue Klasse.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung der Town-&-Country-Stiftung, deren Stiftungspreis für das Land Brandenburg 2015 an den EJF ging, sowie die Gemeinde Stahnsdorf. Die sechs individuell gestalteten Hühner erhalten ebenso individuelle Standplätze, drei auf dem Pausenhof der Zille-Schule, eins in der Lindenhof-Grundschule sowie jeweils ein Exemplar bei der Town-&-Country-Stiftung und in der Gemeindeverwaltung Stahnsdorf.

(13.10.2016 / mit Material EJF)

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Impressionen vom Projekt "Bunte Hühner-eine Schule bekennt Farbe" (Quelle: EJF/Albrecht Lehrmann)