Die Bildung einer Rettungsgasse ─ Praxistipps für den Ernstfall

Leider viel zu oft machen die Kameraden der Feuerwehr schlechte Erfahrungen mit der Bildung der wichtigen Rettungsgasse durch die übrigen Verkehrsteilnehmer.
(Archivbild)

Angesichts des tödlichen Auffahrunfalls vom 12. Juni 2018 auf der Bundesautobahn 10 nahe des Dreiecks Werder appelliert die Stahnsdorfer Feuerwehr, die ebenfalls zu diesem Einsatz gerufen wurde, an die rechtzeitige Bildung einer Rettungsgasse.

Die Kameraden hätten nach Angaben von Gemeindewehrführer Sebastian Diwiszek wieder einmal haarsträubende Momente durch regelunkundige Verkehrsteilnehmer erlebt. Teilweise mussten die Einsatzkräfte aussteigen, um andere Fahrzeugführer quasi in die richtige Position zu dirigieren.

Dabei ist das, was in Paragraf 11 der Straßenverkehrsordnung relativ dröge und unauffällig daherkommt, im Grunde ein einfaches Verfahren, das bei richtiger Anwendung im Ernstfall Leben retten kann. So heißt es dort unter dem Punkt "Besondere Verkehrslagen" wörtlich:

"Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden."

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass bereits beim Erkennen eines Staus oder einer Verkehrsstockung den möglicherweise nachfolgenden Rettungsfahrzeugen entsprechend Raum gegeben werden sollte. "Wenn alle bereits Stoßstange an Stoßstange stehen, ist es zu spät. Dann ist es insbesondere für größere Fahrzeuge wie Busse oder Laster im Grunde unmöglich, noch an den Fahrbahnrand zu manövrieren" , so Sebastian Diwiszek.

(13.06.2018)

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In dieser Simulation des ADAC ist die Bildung einer Rettungsgasse verständlich dargestellt:

Quelle: Youtube-Channel des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs