Einstiges Kulturhaus Sputendorf in Abriss – Bauprojekte in Planung

Bürgermeister und Ortsvorsteher (7. und 8. v. l.) gemeinsam mit den Bauherren und interessierten Einwohnern vor der abrissreifen Ruine des einstigen Kulturhauses in Sputendorf

Das ehemalige Kulturhaus Sputendorf des Volkseigenen Gutes Genshagen in der Straße der Einheit 1 wird seit dem 8. Februar 2017 abgerissen. Die seit 2004 leerstehende Ruine am westlichen Ortseingang weicht einem Wohngebiet mit fünf Wohnhäusern, in denen jeweils bis zu fünf Wohneinheiten untergebracht sind, und einem Spielplatz. Im vergangenen Jahr war das 5000 Quadratmeter große Areal von den Berliner Stadtgütern zum Kauf angeboten worden. Ein Abrissunternehmer aus Schenkenhorst erwarb dieses und ebnet es nun ein, damit die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern starten kann.

Das in der Gründungszeit der DDR erbaute Haus diente über viele Jahrzehnte als Kulturhaus, beherbergte unzählige Feste und Feiern. Auch eine Großküche war dort angesiedelt, zu der in Spitzenzeiten 350 Portionen Mittagessen gekocht wurden, etwa für die Bewohner des Ortes und die Schüler der nach der Wiedervereinigung geschlossenen Dorfschule. Kleinere Geschäfte, beispielsweise ein Friseursalon, sowie Hausmeisterwohnungen beheimatete das Objekt ebenfalls.

Im Zuge der deutsch-deutschen Vereinigung verlor der Gebäudekomplex seine Funktion. Kurzzeitig war darin eine Diskothek angesiedelt, später über mehrere Jahre eine Obdachlosenunterkunft. Seit 2004 stand der Komplex leer und fristete ein recht trostloses Dasein. Nun wird aus der Ecke in prädestinierter Sputendorfer Lage wieder ein Vorzeigeobjekt.

Jetzt wird angepackt: Die Bagger rückten am 8. Februar 2017 an der Straße der Einheit 1-2 an.

"Gemeinsam haben Ortsbeirat und Gemeindeverwaltung hier eine Entwicklung angeschoben, die beispielhaft für eine Umgestaltung sein kann", sagte Bürgermeister Bernd Albers. Auch Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch ist entzückt von den Planungen: "Das ist für unseren Ort ein besonderer Tag. Lange mussten wir mitansehen, was aus dem ehemaligen Aushängeschild des Ortes nach der Wende geworden ist. Für viele im Ort war das bedrückend. Aber wer tüchtig ist, hat manchmal auch Glück."

Bei einem Glas Sekt wurden am Mittwoch, 8. Februar 2017, die ersten kräftigen Griffe zweier Baggerarme in das verwahrloste Gebäude beobachtet. Ortsvorsteher und Bürgermeister skizzierten, wie es in Sputendorf weitergehen soll. So soll der in Arbeit befindliche Bebauungsplan 5 "Wilhelm-Pieck-Straße 20 e" sicherstellen, dass in unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Kulturhauses 20 weitere Wohneinheiten entstehen können. Auch die Um- und Neugestaltung des Wohnkomplexes Ernst-Thälmann-Platz wird nun in Angriff genommen.

Der seit Dienstag, 7. Februar 2017, beschlossene Haushalt der Stadt Ludwigsfelde sorgt außerdem für Planungssicherheit in Sachen Radweg nach Struveshof. Hier sind nun abschließende Vertragsverhandlungen beider Kommunen zu planen. Zudem ist ein Basketballfeld für die Sputendorfer fest im Haushalt der Gemeinde Stahnsdorf für das laufende Jahr verankert und zeigt, dass der Ortsteil jung und dynamisch aufgestellt ist.

(aktualisiert 09.02.2017)

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Impressionen vom Start des Abrisses des einstigen Kulturhauses Sputendorf am 8. Februar 2017