Friedhofskultur und Wirtschaftskraft – Ehrennadel 2018 verliehen

Ehre, wem Ehre gebührt: Beim 4. Ehrenamtstag der Gemeinde Stahnsdorf wurde die Ehrennadel der Gemeinde Stahnsdorf gemäß der gleichnamigen Satzung verliehen, und zwar in diesem Jahr an zwei weitere Personen. Die feierliche Übergabe fand zum insgesamt fünften Mal statt, 2014 seinerzeit noch im Rahmen des Festprogramms "750 Jahre Stahnsdorf", seitdem in der gesonderten Veranstaltung. Mit den 2018 Geehrten gibt es nunmehr 15 Ehrennadelträger.

In der Aula der Grundschule "Heinrich Zille" kamen am 12. Oktober 2018 etwa 100 Gäste zu der dreistündigen Festveranstaltung zusammen. Sie applaudierten zunächst dem ersten Preisträger des Abends, Olaf Ihlefeldt. Das Wirken des 51-Jährigen wurde durch Andreas Kerkow von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark in einer Laudatio zusammengefasst.

Ein Friedhof nicht nur als Ort für Bestattungszeremonien, sondern als Veranstaltungs- und Kulturstätte

Als Mitbegründer des "Fördervereins Südwestkirchhof Stahnsdorf e. V." im Jahr 2000, langjähriger Vorsitzender und jetziges Vorstandsmitglied setzt sich Olaf Ihlefeldt mit höchstem Engagement und Leidenschaft dafür ein, dass Deutschlands zweitgrößter Friedhof als sehenswerter Ort nicht nur der Bestattungskultur, sondern als Veranstaltungs- und Kulturort wahrgenommen wird. "Er hat das kulturhistorische Potenzial erkannt, das durch den Mauerbau in einen Dornröschenschlaf versetzt war", so Andreas Kerkow in seiner Rede.

Der Geehrte kümmert sich um die Betreuung von fast 400 Vereinsmitgliedern, mit denen er gemeinsam den Denkmalschutz fördert, zum Erhalt und Pflege des 210 Hektar großen Areals beiträgt und über Gebäude informiert, nicht zuletzt in über 100 Führungen jährlich für Interessierte jeden Alters.

Spenden und Erlöse legendärer Kulturnächte, aber auch von Ausstellungen und Kunstaktionen fließen in die Restaurierung von Grabmälern, um deren Erhalt sich mangels Nachfahren sonst niemand mehr kümmert. Auch der Beitritt zur "Vereinigung bedeutender Friedhöfe in Europa" 2004 und die Einrichtung der Friedhofs-App "Wo-sie-ruhen.de" ist maßgeblich Olaf Ihlefeldts Initiative zu verdanken.


Als weiterer Geehrter betrat schließlich Georg Lehrmann die Bühne. Der 65-Jährige kümmert sich seit fast drei Jahrzehnten um die Belange Gewerbetreibender in der Region TKS. Als Vorsitzender des "Regionalen GewerbeVereins Stahnsdorf-Kleinmachnow-Teltow e. V." ist er Ansprechpartner und Interessenvertreter der regionalen Wirtschaft.

Vereinsmitglied Frank Gabriel resümierte das Schaffen von Herrn Lehrmann, der nach der Wende an der Gründung des Gewerbevereins in Stahnsdorf beteiligt war und ihn nach dessen Übernahme als Vorsitzender zum heutigen Regionalen GewerbeVerein formte.

Drei Jahrzehnte unermüdlicher Arbeit für die Unternehmen der Region TKS, aber auch eine soziale Ader

An vielen Projekten beteiligte sich Herr Lehrmann oder initiierte diese. An erster Stelle sind der jährliche Adventsmarkt und die Gewerbeschau auf dem Dorfplatz zu nennen. Auch an bedeutenden historischen Ereignissen wie den Feierlichkeiten "750 Jahre Stahnsdorf" oder "100 Jahre Machnower Schleuse" wirkte er rege in Organisationskomitees mit.

Seine unermüdliche Lobbyarbeit für die Unternehmen durch Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Organisation von Erfahrungsaustausch einerseits, und sein soziales Engagement andererseits – etwa durch Spendenwerbung für soziale Zwecke – machen ihn zu einem würdigen Laureat.

"Jeder der Ausgezeichneten bereichert das gesellschaftliche Leben auf seine eigene Art und Weise", sagt Bürgermeister Bernd Albers. Die Verleihung sei Jahr für Jahr eine würdige Gelegenheit, um stellvertretend für viele Menschen Danke zu sagen.

Zum kulturellen Abendprogramm trugen die Leipziger Kabarettisten "Weltkritik deluxe", das Berliner Jazzduo "Sound of Moods" und die ebenfalls aus der Hauptstadt stammende Pianistin Anne Fraune bei.

(12.10.2018)