Großeinsatz für Feuerwehren der Region in Übergangswohnheimen

Bild aus der Einsatznacht am 30. Oktober 2016
(Foto: Freiwillige Feuerwehr Stahnsdorf / Facebook)

Was ansonsten fast ausschließlich in regelmäßigen Großübungen zum Tragen kommt, wurde in der Nacht von Samstag, 29. Oktober 2016, auf den Sonntag, 30. Oktober 2016, zum echten Einsatzgeschehen für die Gemeindefeuerwehr.

Die Einsatzkräfte bekamen kurz vor 2 Uhr am Sonntag von der Leitstelle einen Alarm der Brandmeldeanlage in den Übergangswohnheimen Ruhlsdorfer Straße auf ihre persönlichen Meldegeräte gesandt. Schnell stand für die anrückenden Kräfte fest, dass vor Ort tatsächlich ein größeres Brandgeschehen zu erwarten war.

Aufgrund der massiven Rauchentwicklung und der unklaren Anzahl an Personen, welche die Gase einatmen mussten, wurde erstmalig in der Gemeinde Stahnsdorf der Einsatzfall der höchsten Stufe ausgelöst, ein sogenannter "Massenanfall von Verletzten".

Zum Einsatz kamen daher neben den Feuerwehren der Region und der Polizei auch der Katastrophenschutz des Landkreises mit zahlreichen Rettungsfahrzeugen, mehrere Schnelleinsatzgruppen, ein Rettungsbus, der Bereitschaftsdienst des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Kreisbrandmeister und die Sanitätsführung. Auch aus Berlin wurden Rettungswagen und ein Notarzt entsandt.

Rund 200 Personen wurden in Sicherheit gebracht.
(Foto: Freiwillige Feuerwehr Stahnsdorf / Facebook)

Vor Ort stellten die Kameraden einen Brand im Treppenhaus fest. Noch während der Lösch- und Evakuierungsmaßnahmen wurde auch im Nachbargebäude ein Brand gemeldet, der kurz darauf durch die Feuerwehr gelöscht wurde.

Rund 200 Personen, darunter zahlreiche Kinder, untersuchte der Rettungsdienst aufgrund des Verdachts auf Rauchvergiftung. Er transportierte sechs Personen zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser. Die übrigen Bewohner wurden kurzfristig im Gebäude der nahe gelegenen Bowlingbahn untergebracht, wo sie sich bis zur Freigabe der Gebäude am Morgen im Warmen aufhalten durften.

Bei seinen Anstrengungen zur Brandbekämpfung und Evakuierung erlitt auch der diensthabende Mitarbeiter des Objektschutzes eine Rauchgasvergiftung. Für sein besonnenes und uneigennütziges Handeln gilt ihm und nicht zuletzt auch den über 70 Einsatzkräften vor Ort besonderer Dank. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zum Verdacht der vorsätzlichen schweren Brandstiftung, der sich gegen zwei der Heimbewohner richtet, laufen derzeit noch.

(01.11.2016 / mit Material Freiwillige Feuerwehr Stahnsdorf)