Guter Einbruchschutz und wachsame Nachbarschaft sind notwendig

Zur Einwohnerversammlung mit dem Kommunalen Kriminalpräventionsrat (KKP), zu welcher Bürgermeister Bernd Albers am 11. Juli 2017 geladen hatte, fanden sich 40 Gäste im Sitzungssaal des Gemeindezentrums ein. Neben Vertretern der Verwaltung, Sicherheitspartnern, der Polizei und Gemeindevertretern waren dies interessierte Bürger aus allen Altersstufen.

Polizeioberrat Ingolf Niesler stellte zunächst die Sicherheitslage in Stahnsdorf für 2016 vor, wobei der Schwerpunkt auf Wohnungseinbruchsdiebstählen (WED) lag. Obwohl die Zahl der WED in 2016 um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stieg (44 Fälle in 2016 ggü. 31 Fällen in 2015), erachtet die Polizei die Situation in der Gemeinde als verhältnismäßig sicher.

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Drei Faktoren für eine funktionierende Einbruchsprävention ─ auf zwei davon haben Bürger Einfluss

Gleichwohl sah auch unser Gast Herr Niesler in gewissen Feldern Handlungsbedarf. Dies erläuterte er am Beispiel der Quote abgebrochener Einbruchsversuche ─ sie lag in Stahnsdorf 2016 bei nur etwa 20 Prozent (Vergleichswert Land Brandenburg: 38 %, Bundesrepublik Deutschland: 44 %). Er skizzierte diesbezüglich gestern Abend drei grundsätzliche Faktoren für die Minderung von Einbrüchen.

Während die Ausstattung mit Polizeikräften eher eine "politische Komponente" hat, auf welche die Bürger nur mittelbaren Einfluss haben, sind zwei weitere Faktoren unmittelbar durch die Bevölkerung beeinflussbar:

─ Einerseits können und sollten die Bürger ihr Wohneigentum mit einbruchshemmenden Mitteln ausstatten, denn schließlich wollen Einbrecher grundsätzlich schnell und leise ihren Tatort wieder verlassen, was beispielsweise sichere Tür- und Fensterverschlüsse verhindern.

─ Andererseits ist die Pflege aufmerksamer Nachbarschaften ein wichtiger Präventionsbaustein. Nichts scheuen Täter mehr als den Kontakt mit ihren Opfern oder möglichen Zeugen.

Nur wenn technischer Einbruchsschutz in Haus/Wohnung und Nachbarschaftshilfe miteinander verzahnt werden, kann die Quote abgebrochener Einbruchsversuche nachhaltig erhöht und damit unter dem Strich die Gesamtzahl der erfolgreichen Einbrüche selbst reduziert werden, was Ziel aller Beteiligten sein muss.

Viele Fragen zum Verhalten in verdächtigen Situationen während des Alltags ─ Thema Zivilcourage

Des Weiteren war die Einwohnerversammlung mit dem KKP von wertvollen Eindrücken aus der Bevölkerung geprägt. Dabei waren jenseits von Einbrüchen in Fahrzeuge oder Wohnungen vermehrt Fragen zur Zivilcourage zu verzeichnen. Mehrere Bürger fragten nach der bestmöglichen Reaktion in verdächtigen Situationen, beispielsweise im Supermarkt, aber auch im eigenen Wohngebiet.

Abschließend wurde auch die Tätigkeit der Sicherheitspartner im Ort erläutert. Angesichts der relativ großen Fläche der Gemeinde ist die aktuelle Zahl an Sicherheitspartnern mit derzeit vier Personen recht überschaubar. Erfreulicherweise wurden nach Veranstaltungsende mehrere Anträge für eine Teilnahme als Sicherheitspartner an Interessierte herausgegeben.

Zum Herunterladen für Interessierte:

Leitfaden für Sicherheitspartner (pdf) und ein

Flyer zum Thema Sicherheitspartner (pdf).

(11.07.2017)

Wie geht es weiter mit dem KKP? Was geschieht kurzfristig, was mittel- und langfristig?

  • Als erste kurzfristige Maßnahme plant die Gemeindeverwaltung im Sinne einer Vorbildrolle die Behandlung aller Multicars ihres Wirtschaftshofs mit künstlicher DNA.

  • Außerdem ist in Absprache mit dem Ortsbeirat Güterfelde die Installation von Warnschildern vor Autodieben vorgesehen, zunächst am Parkplatz Grüner Weg nahe des Haussees.

  • Beim Familienfest am 9. September 2017 ist ein gemeinsamer Informationsstand von Verwaltung, Polizei und Sipas geplant. Perspektivisch ist auch eine Beteiligung der Gemeinde an einem "Sicherheitstag" denkbar, wie er zuletzt am 24. Juni 2017 in Teltow stattfand.

  • Voraussichtlich nach den Sommerferien 2017 wird sich der KKP in nicht-öffentlicher Runde abschließend über die langfristigen Ziele verständigen.