Wildschweine

Bei Wildschweinsichtungen, für Fragen und Hinweise kontaktieren Sie bitte die Jagdpächter:

Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow

E-Mail: info@jagdpaechter.com

Warum gibt es so viele wilde Schweine?

Die Tiere folgen noch immer uralten Wildwechseln und stören sich zunächst nicht daran, dass dort nun Häuser stehen. Im Gegenteil: Sobald sie bei ihren nächtlichen kilometerweiten Wanderungen auf Nahrung stoßen, kommen sie immer wieder gerne vorbei. Und Nahrung finden sie hier jede Menge! Das beginnt auf den Maisfeldern der Region, geht weiter mit den Eicheln der Straßenbäume, Fallobst in den Gärten und einem reichen Angebot an Engerlingen und Larven in gut gewässerten Gärten und Komposthaufen.

Wie können Bürger sich und ihre Gärten schützen?

Gegen Wildschweine im Garten helfen nur stabile und lückenlose Zäune, auch zwischen Nachbargrundstücken, die mindestens bis auf den Boden reichen. Maschendraht wird von den kräftigen Tieren einfach weggeschoben. Auch Tore müssen stabil und stets fest geschlossen sein. Auch die Verlockungen zu reduzieren, kann bereits helfen: Das bedeutet den Verzicht auf den Komposthaufen und übermäßige Wässerung des Gartens sowie das Fallobst aufzusammeln.

Was kann man tun, wenn die Wildschweine doch in den Garten gelangt sind?

Anschreien ist effektiver als mit dem Regenschirm herumzufuchteln, empfehlen die Jäger. Sobald Sie Lärm machen, wird es den Tieren ungemütlich und sie ziehen weiter, sofern man sie nicht in die Enge getrieben hat. Also: Abstand halten und keinesfalls den Ausweg versperren!

Was tun bei Begegnungen im Wald?

Ruhig verhalten und am besten einen anderen Weg nehmen. Die Tiere keinesfalls bedrängen. Geraten Sie in Panik, können die Wildschweine Menschen durchaus umrennen, doch bewusste Angriffe sind in der Region noch nie vorgekommen. Eher schon kommen sie in der Erwartung näher, gefüttert zu werden.
Als größte Gefahr sehen die Wildschweine vor allem freilaufende Hunde an, und zwar umso mehr dann, wenn Frischlinge zu beschützten sind. In der Tierklinik Düppel, so Prof. Dr. Achim Gruber, wurden schon viele Hunde verarztet, nachdem sie mit Wildschweinen aneinander geraten sind. Keiner dieser Hunde war angeleint unterwegs!

Wie viele Jäger sind im Einsatz?

Die beiden Jagdpächter der Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow werden von zehn Jägern aus der Region unterstützt. Außerdem sind zwei Berliner Stadtjäger im Team, die auch in den Berliner Forsten schießen dürfen, was den hiesigen Jägern nicht erlaubt ist. Ein Jäger aus Saarmund bejagt zudem mit einer Ausnahmegenehmigung der Unteren Jagdbehörde im laufenden Jagdjahr (bis 31. März 2017) das Gelände des Klärwerks im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe sowie einen benachbarten Reiterhof.

Wieso schießen die Jäger nicht noch mehr Wildschweine?

Vom Schuss des Jägers darf niemals eine größere Gefahr ausgehen als vom Wildschwein selbst. Daher wird nur dort geschossen, wo es einen sicheren Kugelfang gibt, zum Beispiel einen Lärmschutzwall hinter dem Schwein, oder das Erdreich, wenn der Jäger eine erhöhte Position hat. Leitern und Hochstände an verschiedenen bejagbaren Flächen im Ort soll diese sichere Schussabgabe ermöglichen. Leider werden diese immer wieder von Jagdgegnern zerstört.
Im Straßenraum ist die Schussabgabe zu gefährlich, da es zu unberechenbaren Querschlägern kommen kann. Auch nahe der Autobahn ist ein Schuss riskant, denn selbst wenn ein Tier erlegt wird, flüchten alle anderen vielleicht in Panik direkt in den Verkehr. Nicht auszudenken, was dort geschehen kann. Selbst im Wald ist die Schussabgebe nicht immer möglich, da es sehr beliebte Naherholungsgebiete sind.

Was ist mit einer Antibabypille für Wildschweine?

Hier gibt es zwar Entwicklungen, doch kann das nur in Gehegen funktionieren, denn sonst müssten diese Medikamente hochdosiert als Köder ausgelegt werden. Diese könnten dann auch von anderen Tieren, z. B. Hunden, gefressen werden. Da Wildschweine aber auch gejagt werden und schließlich auf dem Teller landen, gelangen die Medikamente auch in den menschlichen Körper und wirken dort weiter.

Kann man die Tiere kastrieren?

Dazu muss man sie mit einem Schuss betäuben, um sie zu fangen. Zum Einen kann man sie dann auch gleich richtig erlegen, und zum anderen ist das Aussetzen einmal gefangener Wildschweine verboten.

Gibt es Vergrämungsmittel?

Die gibt es zwar, doch stinken sie dermaßen, dass sie auch eine große Belastung für den Menschen sind.

Text: Gemeinde Kleinmachnow / Bearbeitung: Gemeinde Stahnsdorf
(Stand: November 2016)

Und täglich grüßt der Schwarzkittel

Wildschweinbachen sind besonders sensibel, solange sie ihre Frischlinge aufziehen.

Durch das vermehrte Auftreten von Wildschweinen in Wohn- und Siedlungsgebieten der Gemeinde Stahnsdorf sieht sich die Verwaltung veranlasst, hier einige Hinweise zu dem Thema Wildschweine zu geben:

Wildschweine sind Allesfresser und gehören zu den am häufigsten gejagten Tieren in Mitteleuropa. Sie leben in sogenannten Rotten (Familien), die von den ausgewachsenen weiblichen Tieren, den Bachen, angeführt werden. Die männlichen Tiere, Keiler genannt, leben dagegen zumeist einzelgängerisch. Die Paarungszeit beginnt im November und endet zumeist im Januar oder Februar. Bereits nach acht bis zehn Monaten können weibliche Jungtiere wieder tragend werden. So kann sich eine anfänglich relativ kleine Population schnell auswachsen.

Durch den Anstieg der Bestände kommt das Schwarzwild auch in die Ortschaften, weil dort Nahrung und Deckung reichlich vorhanden sind. Begünstigt wird dies zusätzlich durch nicht ordnungsgemäß angelegte Komposthaufen und nicht richtig gesicherte Abfalltonnen.
Komposthaufen müssen in umzäunten Gärten und Grundstücken angelegt und entsprechend abgedeckt werden. Auch Abfalltonnen sind innerhalb der Umzäunung in geschlossener Weise zu halten.
Eine Fütterung durch den Menschen, oft aus falsch verstandener Tierliebe, fördert den Abbau der natürlichen Scheu und so kann das eigentlich scheue Schwarzwild schnell auch zu einer Gefahr werden.

Grundsätzlich gilt es zu beachten: Wildschwein-Muttertieren (Bachen), welche ihren Nachwuchs führen, sollte man unbedingt aus dem Wege gehen, da sie den Menschen als potenzielle Gefahr wahrnehmen können und dann schnell aggressiv werden!

Um Gründstücke vor Wildschweinen zu sichern, sollte man einen wirklich wildsicheren Drahtgeflechtzaun (150 cm hoch fest im Boden verankert) aufstellen. Der Zaun sollte oben einen nach außen gerichteten Überstand haben.

Für den Schutz seines Grundstückes ist der Eigentümer selbst verantwortlich!

Kommt es dennoch zu Schäden an Grund und Boden, so kann der Eigentümer oder dessen Beauftragter bei der unteren Jagdbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark einen schriftlichen Antrag (formlos) zur Gestattung von Jagdhandlungen stellen. Es wird dann geprüft, ob und wie eine Bejagung möglich ist, wobei der Sicherheitsaspekt stets im Vordergrund steht. Ist der Antrag begründet, wird eine gebührenpflichtige Gestattung erteilt.

Entstandene Schäden auf Grundflächen, auf denen nicht gejagt werden darf (zum Beispiel Hausgrundstücke und -gärten), werden nicht erstattet!

Sollte ein Wildtier eine Gefahr für den Menschen oder Haustiere darstellen, ist sofort die örtliche Ordnungsbehörde bzw. die Polizei zu benachrichtigen!

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei der zuständigen Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow, die auch Bürgerinformationen nachgeht, oder im entsprechenden Informationsblatt des Kreises Potsdam-Mittelmark.

Bitte lesen Sie zum Thema Wildschweine auch unsere Meldung vom 14. September 2016.

(aktualisiert 16.09.2016)