Kultur verorten, Mobilität sichern, Wohnvielfalt erhalten

Erste Ergebnisse bereits wurden am Veranstaltungstag zusammengefasst und sollen nun abschließend durch Zielvereinbarungen "in Form gegossen" werden.

Beim Stahnsdorfer World Café, das die Bürgerbeteiligung im Rahmen des Auditverfahrens "Familiengerechte Kommune" sicherstellt, fanden sich am Samstagnachmittag, 11. März 2017, rund 40 Teilnehmer in der Aula der Grundschule "Heinrich Zille" ein.

Diskutiert und analysiert wurde an sechs Thementischen, darunter zu Belangen des Älterwerdens in Stahnsdorf, aber auch der Jugend sowie zum Wohnen und zu ÖPNV, Nahversorgung, Kultur, Freizeit und Begegnungsmöglichkeiten.

Kerstin Schmidt vom Trägerverein des Gütesiegels, dem "Familiengerechte Kommune e. V.", moderierte den Nachmittag und lud gleich zu Beginn dazu ein, sich durch die Entscheidung für eine Motivkarte oder einen Symbolgegenstand für die gewünschte künftige Entwicklung des Ortes zu positionieren. Hierbei standen Dinge, die ein naturnahes Wohnumfeld symbolisieren, im Vordergrund. Der Wunsch der Stahnsdorfer nach dem Erhalt des grünen Charakters des Ortes ist also unverändert wichtig.

Nach den folgenden gut zweistündigen fruchtbaren Gesprächen an den Tischen, an denen die Teilnehmer im Rotationsverfahren teilnahmen, wurde zum Abschluss der Veranstaltung ein erstes Fazit gezogen:

  • So wurde das Kulturangebot in der Gemeinde Stahnsdorf bereits für sehr gut befunden, jedoch fehle noch dessen feste Verortung. Hierbei kam erneut der Wunsch nach einem Bürgerhaus mit größerem Veranstaltungssaal zur Sprache.

  • Auch das Angebot öffentlichen Nahverkehrs wurde diskutiert. Das TKS-Bussystem sei eine gute Mobilitätslösung, hieß es aus Reihen der Teilnehmer, jedoch müsse die Anbindung der Ortsteile nochmals in den Fokus rücken. Eine S-Bahn-Anbindung wurde unisono von den Beteiligten als wünschenswert erachtet.

  • Ebenso kristallisierte sich heraus, dass bezahlbares seniorengerechtes Wohnen in Verbindung mit guter Nahversorgung weit oben auf dem Wunschzettel der Bevölkerung steht.

Mit großem Interesse wurde an den Tischen diskutiert.

"Wir haben wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die sowohl für das laufende Auditverfahren als auch den Leitbildprozess in der Gemeinde Stahnsdorf eine Richtschnur sein können", sagte Bürgermeister Bernd Albers im Rahmen der Ergebnispräsentation.

"Die Beteiligungsphase ist elementarer Bestandteil des Auditverfahrens. Jeder Punkt, der von Ihnen als Teilnehmern genannt wurde, wird in der Nachbetrachtung auch zur Sprache kommen. Nun gilt es, mit einer Zielvereinbarung das Audit zum Leben zu erwecken", resümierte Moderatorin Kerstin Schmidt.

Bis zum Sommer wollen die Beteiligten der Arbeitsgruppe, also Verwaltung, Fraktionen, Kitas, Schule, Vereine und Organisationen, Zielvereinbarungen erarbeiten. Diese fassen die Handlungsfelder und die von den Bürgern im World Café herausgearbeiteten Ideen dergestalt zusammen, dass ein Beschluss der Gemeindevertretung zur Bestätigung der Zielvereinbarungen möglich wird.

Im zweiten Halbjahr wird dann ein unabhängiges Gremium des Trägervereins "Familiengerechte Kommune e. V." die Ergebnisse seit Beginn des Prozesses begutachten. Am Ende des Prozesses stünde die Zertifizierung der Gemeinde für drei Jahre, in denen die Kommune über Erfolge und Fortschritte, aber auch Herausforderungen und Ansätze zu deren Lösung berichtet.

(13.03.2017)

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Impressionen vom Stahnsdorfer "World Café" am 11. März 2017 in der Aula der Zille-Schule