Mahnendes Gedenken als Tradition am "Tag der Befreiung"

Auf den Tag genau 73 Jahre ist es nunmehr her, dass die schlimmste menschengemachte Katastrophe ihr Ende fand. Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Deutschland von dem zweifelsohne dunkelsten Kapitel seiner Geschichte befreit.

Durch seinen symbolischen Charakter kommen dem 8. Mai unterschiedliche Bedeutungen zu. Für die reaktionären Kräfte in der Bevölkerung, die es noch immer gibt, ist es der Tag der Kapitulation und der deutschen Niederlage, ein Tag, der ihrer Meinung nach an Vertreibung, Besatzung, deutsche Teilung und den Verlust von Heimat erinnert. Für diejenigen aber, die aus der Geschichte ihre Lektion gelernt haben, ist es der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus.

Spätestens seit der Rede Richard von Weizsäckers zum 40. Jahrestag am 8. Mai 1985 galt dieser Tag auch in der Bundesrepublik als "Tag der Befreiung" vom Nationalsozialismus. Von Weizsäcker betonte seinerzeit, dass der 8. Mai vor allem ein Tag der Erinnerung an die unmenschlichen Leiden auf allen Seiten sei.

Seit 2015 wird der Jahrestag des Kriegsendes in Brandenburg als Gedenktag begangen. Zur guten Tradition ist es geworden, dass der Opfer des Zweiten Weltkriegs bei einer Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde gedacht wird. Auf Einladung der Fraktion "Die Linke" beteiligte sich Bürgermeister Bernd Albers auch in diesem Jahr an der symbolischen Ehrerbietung.

"Toleranz, Menschenfreundlichkeit und die Akzeptanz anderer Meinungen als der eigenen – das ist es, wofür wir hier und heute ein Zeichen setzen. Diejenigen, die im Dritten Reich für diese Werte eintraten, wurden verfolgt und mussten oftmals auch ihr Leben lassen. Dieser Menschen wollen wir gedenken. Ihr beharrliches Streben war nicht umsonst", sagte Bürgermeister Bernd Albers in seiner Rede.

(08.05.2018)