Nicht nur Bücherleihe, sondern auch gesellschaftlicher Hotspot

Irische und keltische Klänge der Band "Flinkfinger" erfüllten das Foyer im Gemeindezentrum, "wandelnde Bücher" brachten den Besuchern literarische Genüsse näher und "Nachtwächter" André Mazloumian geleitete die Gäste hinter einen schweren Vorhang in die mystisch illuminierten Räume der Bibliothek. Voller Neugier eroberten sich die rund 200 Besucher ihre Bibliothek, die sie derart dekoriert zweifelsohne noch nie gesehen hatten.

Mächtig Betrieb war an diesem außergewöhnlichen Abend, dem 14. Oktober 2017, im Gemeindezentrum. Zum 70. Geburtstag der Einrichtung hatten sich die Bibliothekarinnen Christiane Golz und Carolin Mazloumian nicht lumpen lassen und gemeinsam mit vielen Helfern aus der Leserschaft und dem Fachbereich Soziales der Gemeindeverwaltung ein detailreiches Programm für die "Lange Nacht der Bibliothek" auf die Beine gestellt.

"Die Bibliothek ist mehr als nur Bücherausleihe, sie ist auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt, ein Hotspot", stellte Bürgermeister Bernd Albers in seinem Dankeswort fest. Und er teilte den Besuchern mit, dass das Geburtstagsgeschenk für die Bibliothek, eine Medienrückgabebox, bereits gekauft sei. Sie wird im Zuge der Umbauarbeiten im Eingangsbereich 2018 installiert und steht den Lesern und Nutzern künftig an 365 Tagen im Jahr für die Rückgabe zur Verfügung.

"Das war ein langgehegter Wunsch vieler Besucher und ich bin froh, dass wir ihn nun erfüllen können", so Albers zu dem Gerät, in das 13.000 Euro investiert wurden. Zum Schluss seiner Rede zog der Bürgermeister stolz seinen ersten Nutzerausweis aus dem Jackett – er hatte ihn 1976 kurz nach der Einschulung erhalten und bis heute sorgsam aufbewahrt.

"Das Buch ist ein beständiges Kulturgut und macht noch immer die Hälfte aller Ausleihen aus", teilte Bibliothekarin Christiane Golz mit. Man kehre nach der Lektüre eines Buches niemals so zurück wie man in dieses gestartet sei, beschrieb sie bildlich den Wert gedruckter Werke und prophezeite diesen noch eine lange Lebensdauer. Allein das Geräusch beim Blättern oder der Geruch von Druckerschwärze seien sinnliche Erlebnisse, die es zu bewahren lohnt, so Golz weiter.

Mit einer Lesung des Autors, Schauspielers, Regisseurs, Liedermachers und Synchronsprechers Reinhard Kuhnert ("Game of Thrones" – Das Lied von Eis und Feuer) aus einem Werk des US-amerikanischen Kriminalautors Edgar Allan Poe klang der Abend langsam und eher still aus. Viele zufriedene und dankbare Gesichter nach der Veranstaltung waren der Lohn für den aufwändige Gestaltung.

(14.10.2017)