Feierliche Schlüsselübergabe für das neue Reiterstaffel-Areal

Bürgermeister Bernd Albers richtete seinen Dank an die Bundespolizei für deren Standortwahl.

Seit Ende März ist der Polizeiliche Sonderdienst Reiterstaffel der Bundespolizeiinspektion Berlin bereits in Stahnsdorf ansässig. An der Alten Potsdamer Landstraße 92 versehen 37 Reiter ihren Dienst, außerdem Schmiede und die Verwaltung, darunter Dienststellenleiter Heinz Kremer. Zuallererst bezogen jedoch die derzeit 25 Pferde ihre Boxen.

Offiziell eingeweiht wurde das zweieinhalb Hektar große Areal am Samstagnachmittag, 13. Mai 2017, mit einem Tag der offenen Tür. Dem vorab stattfindenden symbolischen Akt der feierlichen Schlüsselübergabe wohnten am Vormittag neben dem ehemaligen Bundesinnenminister Dr. Otto Schily und Bundespolizei-Präsident Dr. Dieter Romann auch Thomas Striethörster, Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, sowie Lutz Leide, Leiter Facility Management bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), und Bürgermeister Bernd Albers für die Gemeindeverwaltung teil.

"Ich möchte der Reiterstaffel bei dieser Gelegenheit meinen tief empfundenen Dank aussprechen, denn sie sorgt mit ihrer Präsenz draußen im Einsatz für ein deutliches Plus an Sicherheit in diesem Land. Natürlich trägt sie mit ihrer Anwesenheit an der Alten Potsdamer Landstraße auch den Namen Stahnsdorfs hinaus ins Land und erhöht unseren Bekanntheitsgrad. Das ist etwas, was unbezahlbar ist und sich nicht in Geld ausdrücken lässt", richtete Albers Dankesworte an den Bauherrn.

Zum "Tag der offenen Tür" am 13. Mai 2017 kamen mehrere Tausend Besucher auf das Gelände.

Nach dem offiziellen Teil durfte die interessierte Öffentlichkeit – mehrere Tausend Besucher kamen trotz durchwachsenen Wetters an diesem Frühlingstag – das ansonsten unzugängliche Gelände beim "Tag der offenen Tür" ausgiebig inspizieren. Sie erkundeten die Reithalle, den Stall, spezielle Technik sowie die Schmiede. Außerdem informierten sich die Gäste über die Einsatzausstattung im Reitwesen sowie die Bundespolizei im Allgemeinen und zu Karrieremöglichkeiten bei der Behörde. Ein Stand mit Kinderattraktionen, Musik der "Gute-Laune-Band" des Bundespolizeiorchesters Hannover und Kulinarisches rundeten das Programm ab.

Die Reiterstaffel hat also ihr bisheriges 1,3 Hektar großes Quartier im Grunewald verlassen und nutzt in Stahnsdorf auf doppelt so großer Fläche neben einer großen Reithalle ein Dienstgebäude mit einer Nutzfläche von 580 Quadratmetern. Außerdem befinden sich auf dem Gelände Pferdeboxen mit einer Fläche von je 50 Quadratmetern, an die wiederum jeweils ein separater 30-Quadratmeter-Paddock (Auslauffläche) anschließt.

Auch eine Führungsanlage sowie ein Longierzirkel und eine Schmiede sind auf dem weitläufigen Gelände nahe der Parforceheide untergebracht. Zu den Außenanlagen, die hergerichtet werden, zählen neben den Paddocks ein Reitplatz sowie eine Pferdekoppel auf insgesamt 13.000 Quadratmetern. Wege, Wirtschaftshof und die insgesamt 32 Stellplätze nehmen rund 4.400 Quadratmeter ein.

Ungewohnte Geräusche beim Ritt über Plastikflaschen ─ für die trainierten Tiere kein Problem.

Zuständig ist die Reiterstaffel für den Bereich Berlin und Brandenburg. Sie versieht ihren Dienst zum Beispiel an den Berliner Flughäfen, wo sie für die Bewachung sicherheitsgefährdeter Flüge zuständig ist, etwa israelischer Fluggesellschaften. Im Flughafenumfeld reitet sie Streife, und das bei Starts und Landungen von derzeit 14 Maschinen pro Woche. "Vom Pferd aus haben wir ein größeres Beobachtungsfeld als im Auto sitzend", begründet Dienststellenleiter Heinz Kremer die Notwendigkeit des Einsatzes seiner tierischen Helfer.

Auch die Absicherung von Bahnstrecken zählt zum Tätigkeitsfeld der Reiterstaffel. Dabei gilt es vor allem, Verkehrsknotenpunkte, Hochgeschwindigkeitstrassen und Bahnhöfe zu kontrollieren. Und natürlich sind es auch die gewöhnlichen und außergewöhnlichen regelmäßigen Großereignisse, bei denen die Pferde kühlen Kopf bewahren müssen: Egal ob rund ums Fußballstadion, entlang der Castor-Transportstrecken oder zum Schutz der Grenzen – die derzeit 25 Pferde und die Beschäftigten am Standort werden auch künftig gut zu tun haben. Mit einem Anteil von 50 Prozent aller Mitarbeiter ist der Frauenanteil der Belegschaft überdurchschnittlich hoch.

(15.05.2017)

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Hintergrund

  • Erstmals in ihrer Geschichte wird die Bundesreiterstaffel einen Neubau beziehen. Bislang wurden stets stillgelegte Standorte anderer Nutzungen bezogen.

  • 2009 startete die BImA ein Erkundungsverfahren für die Unterbringung der Reiterstaffel der Bundespolizei, in dessen Rahmen 17 Standorte und Liegenschaften von zehn Anbietern geprüft wurden. Sechs Standorte kamen in die engere Auswahl und wurden einer umfassenden Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen.

  • 2011 fiel die Wahl auf Stahnsdorf, wo eine BImA-eigene Liegenschaft ─ genauer ein alter Truppenübungsplatz ─ zur Verfügung stand. Dieser wurde nun revitalisiert. Hierbei kam es im Frühjahr 2015 auch zu Munitionsfunden- und -sprengungen.

  • Nicht nur monetäre Gründe (BImA-eigene Liegenschaft), sondern der hohe Nutzwert für die Reiterstaffel seien ausschlaggebend gewesen, wie BImA-Vertreterin Antje Busch beim Richtfest vor zwei Jahren mitteilte.

  • Die Bundespolizei lobt außerdem die gute Verkehrsanbindung in alle Richtungen über die Bundesautobahnen 10 und 115.

  • Die Pferde der Bundespolizei erwartet in Stahnsdorf optimale hippologische Pflege und Betreuung. Anders als die meisten ihrer zivil genutzten Artgenossen werden sie sechs Mal pro Woche geritten.

  • Die gesamte Investition des Bundes in das neue Areal, also in Planung, Bauvorbereitung und Bau betrug rund sieben Millionen Euro.

  • Die Ausbildung der Pferde dauert sechs Monate. Dabei wird besonderen Wert auf Ausdauer und Stressresistenz gelegt. Vorführungen am "Tag der offenen Tür" belegten dies, etwa beim Bewerfen mit Gegenständen, Lauf über Flaschen oder durch Papierwände/Transparente.

Impressionen: Schlüsselübergabe und Tag der offenen Tür der Bundesreiterstaffel am 13. Mai 2017