Vermeintliche Behörde hat es auf Geld Gewerbetreibender abgesehen

Betrüger versuchen derzeit auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark, sich die Verunsicherung unter Gewerbetreibenden im Zuge der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zunutze zu machen.

In Anlehnung an behördliche Schreiben verschicken die unbekannten Kriminellen aktuell Erfassungsbögen oder ähnliche Dokumente, um an Daten, vor allem aber an das Geld potenzieller Opfer zu gelangen.

Zur vermeintlichen Sicherstellung rechtskonformen Handelns sollen die Betriebe Daten preisgeben. Dabei missachten diese die meist im Kleingedruckten gehaltenen Kosten (in den Beispielbildern 498 Euro netto). Diese bekommen die Opfer im Nachhinein als Rechnung "präsentiert".

Für den Papierkorb: Beispielschreiben mit Zahlungsverpflichtung im Kleingedruckten (zum Vergrößern klicken!)


Bitte beachten Sie daher unbedingt:
Bei der "Datenschutzauskunft-Zentrale" (DAZ) handelt es sich nicht um eine Behörde. Mit Übersendung des unterzeichneten Formulars wird eine Zahlungsverpflichtung in Form eines Abonnements eingegangen ─ eine Gegenleistung erfolgt nach einschlägigen Erfahrungen nicht.

Ist erst einmal Geld überwiesen worden, dürfte dieses angesichts der Tatsache, dass derartige Firmen oftmals aus dem Ausland heraus tätig sind, äußerst schwierig wiederzuerlangen sein. Auch die DAZ ist keineswegs ─ wie im Schreiben angegeben ─ in Oranienburg gemeldet, sondern operiert als Firma von der Mittelmeerinsel Malta aus, wie die Stadtverwaltung der Havelstadt mitteilte.

(06.11.2018)