Wärmebrücken-Suche in der bislang kältesten Nacht des Jahres

Wortwörtlich warm anziehen mussten sich die rund 15 Teilnehmer am Abend am 27. Februar 2018. Der von der Gemeindeverwaltung in Kooperation mit dem Ingenieurbüro seecon angebotene Thermografie-Rundgang fiel auf die bislang kälteste Nacht des laufenden Jahres, was aus wissenschaftlicher Sicht optimal war, jedoch bei den Gästen auch für Zähneklappern sorgte. Minus sieben Grad zeigte das Thermometer bereits am frühen Abend, gefühlt war es eher doppelt so kalt.

Mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet, machte sich die Gruppe aus Grundeigentümern, Bürgern, Medienvertretern, Energieexperten und Verwaltungsmitarbeitern, darunter auch Bürgermeister Bernd Albers, um 19:30 Uhr auf den Weg ins Grashüpferviertel. Dort gestatteten vier Teilnehmer die Thermografie ihrer Häuser. Abschließend gastierte die Gruppe noch an einem Haus in der Annastraße.

Fotos (4): Gemeinde Stahnsdorf; Grafik: seecon Ingenieure GmbH


Das Ergebnis der Thermografien und die Suche nach Wärme- und Kältebrücken war mit einem überwiegend positiven Fazit belegt. Dies ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass die untersuchten Gebäude ausschließlich jüngeren Baujahrs waren. Jeder der fünf angemeldeten Grundeigentümer konnte ins Fachgespräch mit den Ingenieuren gehen und erhielt vor Ort eine mündliche ─ sowie im Nachgang auch eine schriftliche ─ Kurzanalyse der Stärken und Schwachstellen seines Hauses.

Der Thermografie-Rundgang war übrigens zeitgleich der abschließende Tagesordnungspunkt für die mittlerweile zweite Sitzung der AG "Kommunaler Klimaschutz". Neben der Vorstellung zur Energie- und CO2-Bilanz der Gemeinde wurden Angaben zu deren Datenrecherche besprochen und Optimierungspotenziale vorgestellt sowie auf die nächsten Schritte vorausgeschaut.

(28.02.2018)

***

Hintergrund: Erarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die Gemeinde Stahnsdorf

  • Derzeit ermitteln die beauftragten Ingenieure die Daten verschiedener klimarelevanter Bereiche, um einen Eindruck über die Ausgangssituation in Stahnsdorf zu bekommen. Beispielsweise werden dabei die Fragen beantwortet, wo wieviel Energie verwendet wird, wieviel CO2 durch die Bürger von Stahnsdorf verursacht wird, welche Energieuntersuchungen in der Gemeinde bereits durchgeführt wurden oder in welchem Zustand die kommunalen Gebäude sind.

  • Darauf aufbauend werden technische und wirtschaftlich machbare Möglichkeiten (Potenziale) bestimmt, um einerseits Energie einzusparen und andererseits kurz-, mittel- und langfristig CO2-Emissionen zu reduzieren.

  • Zum Schluss werden Maßnahmen entwickelt, um die ermittelten Potenziale und gesetzten Minderungsziele in die Praxis umzusetzen. Bürgerinnen und Bürger sollen während der Konzepterstellung informiert und beteiligt werden.

  • Um ein praxistaugliches, lebensnahes Konzept für die Gemeinde erarbeiten zu können, werden die beteiligten Ingenieure durch eine Arbeitsgruppe "Kommunaler Klimaschutz" unter Beteiligung von Bürgern und Politik begleitet.

  • Finanziell gefördert wird das Konzept vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

  • Weitere Informationen gibt es auf der entsprechenden Unterseite zum Klimaschutzkonzept.