Problem-BER

GEMEINSAM FÜR EINE ZUKUNFT OHNE BER-FLUGLÄRM.
Die Kampagne "Stahnsdorf gegen Fluglärm"

ProblemBER.de - Die Kampagne stellt sich vor

In Schönefeld wütet der ProblemBER! Wer schützt die Bevölkerung?
Erinnern Sie sich noch? Es war Mai 2006, als "Problembär" Bruno Bayern unsicher machte. Insbesondere von Politikern wurde der Begriff "Problembär" mit ihm in Zusammenhang gebracht.
Nun wütet ein anderer ProblemBER in Berlin und Brandenburg.

Mehr Informationen unter:

www.problem-BER.de

Der Begriff ProblemBER ist urheberrechtlich geschützt, der dargestellte Bär als Geschmacksmuster (Logo) angemeldet. Beides darf nicht für andere Zwecke verwendet werden.

8 Gründe für die "Route 8"

Außen 'rum statt oben rüber!

Für den Start von der Nordbahn in Richtung Westen vom Flughafen BER hat die Fluglärmkommission (FKL) am 9. Mai 2011 mit großer Mehrheit (22 Stimmen der betroffenen brandenburgischen Städte und Gemeinden und Berliner Bezirke) Folgendes empfohlen:

. Zwingender Geradeausflug entlang der Autobahn A10 bis zu den Autobahndreiecken Potsdam und Werder (Vorzugsvariante "Route 8").
. Flugzeuge erhalten erst ab einer Höhe von 10.000 Fuß (3.048 m) die Erlaubnis, von der vorgegebenen Flugroute abzuweichen.

Bei Umsetzung dieser Empfehlung würden unter anderem Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow, Potsdam, Werder und der Berliner Südwesten nicht überflogen werden.

Dieses Votum der FLK, der die Politiker in den vergangenen Monaten eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Flugrouten beigemessen hatten, wurde vom Berliner Niederlassungsleiter der Deutschen Flugsicherung (DFS) in einer ersten Reaktion unmittelbar nach der Sitzung als nicht umsetzbar bezeichnet.

Dabei gibt es 8 überzeugende Gründe für die "Route 8":

1. Die "Route 8" wurde von der Fluglärmkommission am 09.05.2011 mit großer Mehrheit als Vorzugsvariante beschlossen.

2. Die "Route 8" ist sicher, ansonsten hätte die DFS sie nicht selbst in der 73. Sitzung der FKL am 14.03.2011 vorgeschlagen.

3. Die "Route 8" kann z.B. bei vertikaler Optimierung von Startverfahren (früher und steiler starten) geordnet und flüssig geflogen werden.

4. Die "Route 8" erhält nach dem von der DFS verwendeten und den Gerichten anerkannten Bewertungsverfahren (NIROS) die beste Bewertung, d. h. diese Route erzeugt die geringste Lärmbetroffenheit in der Bevölkerung. Der Vorschlag, zur Lärmreduzierung um die Region Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Potsdam herum zu fliegen, wurde vom brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck auf der Demonstration gegen neue Flugrouten in Stahnsdorf am 20.11.2010 angekündigt (".. um die Region ... und die Landeshauptstadt herum") und vom Umweltministerium (MUGV) als Antrag in die Fluglärmkommission eingebracht.

5. Die "Route 8" vermeidet das Überfliegen des Kern-Forschungsreaktors BER II des Helmholtz-Zentrums in Berlin-Wannsee.

6. Die "Route 8" ist wirtschaftlich zumutbar, weil ein Umweg von max. 28 nautischen Meilen und eine ca. 4 Minuten längere Flugzeit für Ziele im Osten, z.B. Peking (Flugzeit 10 Stunden, Entfernung 3.980 nautische Meilen) unwesentlich ins Gewicht fallen.

7. Die "Route 8" führt zwar zu einem unbedeutend höheren Kerosinverbrauch - aber sowohl das Umweltbundesamt (UBA) als auch die Gerichte bewerten den Lärmschutz der Bevölkerung höher, als einen damit eventuell verbundenen zusätzlichen CO 2;-Ausstoß.

8. Die "Route 8" entfaltet ihre volle Lärmschutzwirkung erst in Verbindung mit dem Verbot des Abweichens von der Flugroute unterhalb einer Höhe von 10.000 Fuß. Sollte dies einen Einsatz von zusätzlichen Fluglotsen erfordern, ist dies vom brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck ausdrücklich zugesagt worden.

Im Planfeststellungbeschluss vom 13.08.2004 sind für das Jahr 2023 329.000 Flugbewegungen und für die Endstufe 355.050 Flugbewegungen pro Jahr prognostiziert worden. Für das Jahr 2012 werden lediglich 235.000 Flugbewegungen erwartet. Die aktuelle Flugroutenfestlegung hat sich an der Prognose für die nächsten Jahre zu orientieren - nicht aber an dem 2004 im Planfeststellungsbeschluss festgelegten Endausbauszenario.

Die Flugrouten können an dem zu erwartenden Bedarf in zeitlichen Etappen angepasst werden. Darin liegt der Unterschied zu einer Straßenplanung: Der prognostizierte Bedarf bei einer Straßenplanung bestimmt die Linienführung der Straße und der Umfang der Straßenbaumaßnahme bereits im Planungsstadium abschließend und dauerhaft.

Sprecherrat
Bürgerinitiative
"Stahnsdorf gegen Fluglärm"
www.fluglaermBER.de

Stellungnahme - Andrea Wicklein, MdB, SPD-Bundestagsabgeordnete

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürgerinitiativen,

in der Fluglärmkommission stehen in den kommenden Wochen sehr wichtige Entscheidungen zur Lärmvermeidung rund um den BBI an. Der jetzt erreichte Zwischenstand kann sich bereits sehen lassen. Von den absolut inakzeptablen Plänen der Deutschen Flugsicherung vom 6. September 2010 ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das ist vor allem ein Erfolg der Bürgerinitiativen, die den berechtigten Protest der Bürgerinnen und Bürger gebündelt haben. Für dieses außerordentlich wichtige Engagement möchte ich mich herzlich bedanken.

Ich freue mich, dass sich am 13. Mai 2011 der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Matthias Platzeck öffentlich und sehr deutlich für einen verbindlichen Geradeausflug von der nördlichen Startbahn bis zum Autobahndreieck Werder ausgesprochen hat. Damit hat er sich nochmals eindeutig zur Forderung: Sicherheit und Lärmvermeidung vor Wirtschaftlichkeit bekannt. Diese Position entspricht auch eins zu eins der Forderung des SPD-Landesvorstandes vom 10. Januar 2011, wonach eine Abweichung von den Flugrouten erst in 40 km Entfernung und einer Höhe von 10.000 bis 12.000 Fuß zulässig sein soll.

Nun müssen in der verbleibenden Zeit vernünftige und tragfähige Lösungen zur Lärmvermeidung für die größtmögliche Zahl der betroffenen Menschen erreicht werden. Das Recht auf lärmvermeidende Flugrouten darf am Ende nicht durch die Deutsche Flugsicherung oder das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung einfach beiseite gewischt werden. Den bisherigen Worten des für die Flugsicherung zuständigen Bundesverkehrsministers Ramsauer müssen Taten folgen. Deshalb ist auch im Deutschen Bundestag weiter politischer Druck notwendig, damit der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Lärm Priorität erhält.

Ich werde mich weiter mit aller Kraft politisch für eine größtmögliche Lärmvermeidung bei der anstehenden Entscheidung über die Flugrouten einsetzen und hoffe auf Ihre Unterstützung. Anbei sende ich Ihnen mein Schreiben an Bundesminister Peter Ramsauer. [566 KB]

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Andrea Wicklein

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Andrea Wicklein, MdB
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel: 030-227-70 272
Fax: 030-227-76 273
Mail: andrea.wicklein@bundestag.de

Homepage: www.andrea-wicklein.de
23.5.2011

Offener Brief der BI Fluglärmfreie Havelseen

Herrn Landrat Wolfgang Blasig Michendorf/Schwielowsee/Werder/Nuthetal, 19.5.2011
Landkreis Potsdam-Mittelmark
Niemöllerstraße 1
14806 Belzig

Herr Oberbürgermeister Jakobs und alle Damen und Herren Mitglieder der FLK
Offener Brief der BI "Fluglärmfreie Havelseen"

"Keine Flugrouten über unsere Köpfe hinweg!
Außen rum
- außerhalb des Autobahnrings A 10"

Sehr geehrter Herr Landrat Blasig, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jakobs,
sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder der FLK,

als Vertreter der Bürgerinitiative "Fluglärmfreie Havelseen" und betroffene Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Michendorf, Nuthetal, Schwielowsee und Werder möchten wir zunächst Ihnen und all jenen Mitgliedern der Fluglärmkommission danken, die den Beschluss der FLK vom 9.5.2011 für die Abflüge gen Westen mitgetragen haben, der zu einer Entlastung unsere Region führen wird, wenn die Flugzeuge "gerade aus" und außerhalb der A 10 bis hinter das Autobahndreieck Werder fliegen, bevor sie außerhalb der A-10 bleibend nach Norden und Osten abdrehen dürfen. Wir verlassen uns darauf, dass der später gefasste Beschluss, Routen sollten nur bis 10.000 Fuß verbindlich sein, die klare Aussage "bis hinter Dreieck Werder" in keiner Weise relativiert!

Doch die Region Potsdam und Potsdam-Mittelmark mit den am stärksten betroffenen Städten und Gemeinden Potsdam, Werder, Schwielowsee, Michendorf und Nuthetal - muss weiter um Ihre Zukunft fürchten, da nach den neuen Routenplänen der Deutschen Flugsicherung (DFS) unsere Städte und Gemeinden auch massiv durch anfliegende Flugzeuge betroffen sind. Eine der zuzugsstärksten, kinderreichsten und auch touristisch attraktivsten Regionen Brandenburgs droht das Aus - die anhaltende Diskussion über die Flugrouten führt bereits dazu, dass potentielle Grundstückskäufer Abstand nehmen. Dabei gibt es eine alternative Route auch für die BBI-Anflüge von Westen, welche nicht nur Berlin und Potsdam entlasten, sondern vor allem unsere Region verschonen würde. Sie verläuft außerhalb des Autobahnrings A 10 und westlich und südlich der Dreiecke Werder und Potsdam über größtenteils unbesiedeltes Gebiet; sie nützt uns allen, schadet kaum einem und muss als Zeichen der Vernunft politisch durchgesetzt werden.
Diese alternative Anflugroute wurde vom Landkreis Potsdam-Mittelmark als Anträge 77-59-2011 und 77-61-2011 für die FLK-Sitzung vom 23.05.11 eingebracht. Allein mit dieser Route kann unsere Region leben und sich entwickeln.

Wir appellieren daher an Sie, durch Ihre Stimme zu verhindern, dass unsere Heimat verlärmt, verdreckt und ihrer Zukunftschancen beraubt wird. Wir bitten Sie noch einmal
eindringlich, sich am kommenden Montag dafür einzusetzen, dass die FLK die alternative Route außen herum empfiehlt.
Bitte seien Sie konsequent und haben wie bei den Abflügen den Mut, auch gegen etwaige Widerstände und Scheinargumente der DFS ein klares "außen rum" zu empfehlen.
Etwa behauptete "Kapazitätsprobleme" können durch intelligente Betriebsregelungen gelöst werden. Ein Vergleich der heute geltenden Radarführungsrouten mit den geplanten zeigt,
wie groß die Spielräume tatsächlich sind.
Es ist nicht glaubhaft, dass ausgerechnet über den Havelseen keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr bestehen. Unsere Region, die buchstäblich von der Ruhe
lebt, darf nicht zum geballten Sammelpunkt für den Lärm anderer werden.

Als Zeichen unseres Protests übergeben wir Ihnen hiermit die in der Region gesammelten Unterschriften gegen den drohenden Fluglärm. Es sind in kurzer Zeit fast 3000
Unterschriften zusammen gekommen - ein deutliches Signal, dass nicht weiter über unsere Köpfe hinweg entschieden und die Zukunft unserer Region aufs Spiel gesetzt werden darf!

Mit freundlichen Grüßen

Peter Kreilinger Eva Hörger Ulrich Jahn Achim Rust
für die BI "Fluglärmfreie Havelseen"

Aufruf der Bürgerinitiative "Stahnsdorf gegen Fluglärm": Wehren Sie sich - werden Sie aktiv!

Protestplakatierung an allen Häusern, Gärten und Gebäuden

Ansprechpartner: Herr Pfaff, Tel.: 03329 616497

Die Bürgerinitiative ist zu erreichen via E-Mail.