Flanieren, entspannen, spielen – Schlosspark Güterfelde eingeweiht

Pünktlich zur neuen Corona-Eindämmungsverordnung, die auch die Wiedereröffnung bislang gesperrter Spielplätze ermöglicht, eröffnete die Verwaltung am 11. Mai 2020 gemeinsam mit dem Ortsbeirat, einigen Gemeindevertretern, interessierten Bürgern und Vertretern beteiligter Baufirmen die langersehnte Fläche des umgestalteten Schlossparks Güterfelde.

"Hier gibt es reichlich Platz zum Flanieren entlang von Obstbäumen und einen der schönsten Spielplätze in der gesamten Gemeinde. Güterfelde kann sich glücklich schätzen angesichts dieser neuen Attraktion. Sie führt zu einer Belebung des zuvor weitestgehend ungenutzten Schlossparks", sagt Bürgermeister Bernd Albers, der gemeinsam mit dem Ortsbeirats-Vorsitzenden Dietrich Huckshold und Frank Piper, Fachbereichsleiter Verkehrs- und Grünflächen, das Freizeitareal offiziell freigab.

Von Dezember 2019 bis April 2020 errichtete die Baum & Park GmbH die vom Planungsbüro "Land3-Landschaftsarchitektur" konzipierte Anlage. Die Baufirma legte binnen weniger Monate Wege mit wassergebundener Decke und seitlicher Einfassung mit Blühstreifen an, wobei der historische Kontext zu beachten war. Mit der Fertigstellung laden nun Sitzbänke und Picknickgarnituren zum Verweilen. Auch eine Tischtennisplatte ist Teil des neuen Freizeitangebots.

Für Kinder schuf die Firma "Wildholz Spielgeräte" als Highlight eine Spielkombination aus langlebigem Robinienholz mit Schlosstürmen, Wackelbrücke und Rutsche. Sie errichtete auch eine Nestschaukel sowie einen separaten Sandspielbereich. Vervollständigt wurde das Areal durch ergänzende Bepflanzungen bestehender Hecken – gemeinsam mit dem neu errichteten Zaun in Richtung des Kreisverkehrs Seestraße erhöhen sie die Sicherheit für Kinder.

Vor Baubeginn hatte die beim Landkreis Potsdam-Mittelmark angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde die Auflage erteilt, dass die Bodenarbeiten archäologisch zu begleiten sind. Dies wurde mit der Lage innerhalb eines Bodendenkmals "Siedlung der Urgeschichte sowie mittelalterlicher und neuzeitlicher Ortskern von Güterfelde" sowie des Umgebungsschutzes des Schlosses Güterfelde und der Sichtachse "Schloss – Alte Schule – Dorfkirche" begründet.

Mit Ausnahme einer Reihe von Feldsteinen – als Reste eines Weges aus dem 19. Jahrhundert – und einem kreisrunden Ziegelgraben, die Archäologen als Überbleibsel eines historischen Blumenkübels identifizierten, wurden bei den Grabungen jedoch keine Artefakte aufgetan.

Die Investitionen beliefen sich auf insgesamt rund 215.000 Euro für die Planung und den Bau. Ermöglicht wurde das Gesamtprojekt nicht zuletzt durch einen Grundstückstausch mit der Gesundheitszentrum Teltow GmbH (GZG), einem Tochterunternehmen des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin. Der Beschluss der Gemeindevertretung zum Tausch im August 2015 fiel einstimmig bei zwei Enthaltungen: Seinerzeit brachte die Gemeinde 5.373 Quadratmeter Parkfläche ins Eigentum und gab im Gegenzug 1.519 Quadratmeter bebaubare Fläche an die GZG ab.

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Hintergrundinformation zu Schloss und Park Güterfelde

Das Schloss Güterfelde bildet mit seinem Park und der Dorfkirche eine räumliche Achse. Es handelt sich um einen ursprünglich klassizistischen Bau des Architekten David Gilly aus den Jahren 1803/04, der später im Neorenaissance-Stil umgebaut wurde.

2013/14 sanierte ein Privatunternehmen das Schloss von Grund auf, nachdem es zuvor viele Jahre leer gestanden hatte. Das herrschaftliche Anwesen wurde zuvor unter anderem als Militärakademie und Seniorenheim genutzt. Zu den Schlossbesitzern zählten der preußische Kriegsminister Albrecht von Roon und Bankier Gerson von Bleichröder.

Auch der Schlosspark erfuhr im Lauf der Zeit Änderungen, unter anderem durch den königlichen Hofgärtner Theodor II. Nietner. Die vollständige Umgestaltung des Parks nach dem Vorbild Nietners – wie es im eigens aufgestellten Grünordnungsplan der Gemeinde Stahnsdorf vorgesehen war – wurde durch den Denkmal- und Naturschutz abgelehnt.

Dies hat unter anderem mit dem zwingend zu schützenden Obstbaumbestand in Teilen des Parks zu tun. Die Beseitigung oder Umwandlung einer solchen Streuobstwiese als wertvolles Biotop ist gesetzlich verboten.

(11.05.2020)