Grüner Daumen für Stahnsdorf: Ein Pflanzkonzept für mehr Bäume

Straßenbäume, in diesem Fall widerstandsfähige und schmalwüchsige Spitzahorne in der Straße
"Am Gemeindezentrum", können und sollen über Jahrzehnte ihre Funktionen erfüllen. (Archivbild)

Mit ihrem Ruf als Gemeinde im Grünen geht die Stahnsdorfer Verwaltung verantwortungsvoll um, und möchte dies konsequent fortführen. Seit mehreren Jahren existiert ein Baumkataster, in dem alle Bäume an kommunalen Straßen erfasst sind und jährlich in ihrem aktuellen Zustand und hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit neu beurteilt werden. Damit liegt der Verwaltung bereits ein Arbeitsinstrument vor, das den Einzelbaum berücksichtigt.

Mit dem am 13. August 2018 vorgestellten Pflanzkonzept, das zuvor bereits den Vertretern des Bauausschusses zugänglich gemacht wurde, geht die Gemeinde noch einen Schritt weiter.

"Stahnsdorf soll eine grüne Gemeinde am Metropolenrand bleiben, das ist mir wichtig und so auch in unserem Leitbild formuliert", sagt Bürgermeister Bernd Albers. Das ins Konzept investierte Geld sei in jedem Fall gut angelegt.

In knapp einem halben Jahr wurde der Baumbestand an fast 100 Gemeindestraßen aufgenommen

Im Zeitraum von Oktober 2017 bis Februar 2018 ließ die Verwaltung den Baumbestand in den Ortsteilen Stahnsdorf-Ort, Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf auflisten. Das hiermit beauftragte Sachverständigenbüro Brehm aus Bestensee besichtigte insgesamt 97 Kommunalstraßen und fertigte auf Grundlage des daraus entstandenen Datenbestands eine umfangreiche Dokumentation an. Diese wurde dem Sachbereich Baumschutz, den es seit 2012 in der Verwaltung gibt, als Arbeitsgrundlage übergeben.

Diese junge Eiche wurde im März 2017 als Teil des Pflege- und Entwicklungskonzepts am Dorfplatz gepflanzt. (Archivbild)

Das Pflanzkonzept, in das die Gemeinde rund 15.000 Euro investierte, listet gemeindeweit rund 450 Positionen auf, wo Nachpflanzungen als Neu- oder Lückenpflanzungen möglich und sinnvoll sind. Der Bedarf an Ersatzpflanzungen sowie deren Art und Umfang ergibt sich aus der ebenfalls seit 2012 gültigen Baumschutzsatzung.

Diese regelt neben Ersatzpflanzungen alternativ die Höhe der zu leistenden Ausgleichszahlungen, die durch den Baumverlust im Zuge von Bauvorhaben entstehen und bei denen der Bauherr die Pflanzungen nicht auf dem zu bebauenden Grundstück tätigen kann.

Umsetzung soll binnen 10 bis 15 Jahren erfolgen

Wohlgemerkt – auch das gehört zum Fazit des Konzepts – besteht nicht allerorten die Möglichkeit, Bäume im öffentlichen Straßenraum zu pflanzen. Oftmals ist die Straßenbreite, die ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung ist, dafür schlichtweg zu gering. Dort, wo es möglich ist, wird neben dem potenziellen Standort, der in der Regel hausnummerngenau niedergeschrieben ist, auch eine Empfehlung für eine Baumart gegeben, die sich meist an der bestehenden Bepflanzung, aber auch am Straßenbild orientiert.

Für die Umsetzung des Konzeptes ist ein Planungshorizont von 10 bis 15 Jahren vorgesehen. Um die Planung der Bepflanzung in einzelnen Straßen zu unterfüttern, sind noch vielerorts Eigentumsverhältnisse zu klären und Abstimmungen mit den Medienträgern (Wasser/Abwasser, Gas, Breitband) zu treffen, bevor Ausschreibungen für Lieferung und Pflanzung und nachhaltige Pflege starten können.

Zum Herunterladen: Straßenbaumkonzept 2018 für die Gemeinde Stahnsdorf als Zusammenfassung (pdf)

(14.08.2018)

v. l. n. r: Baumgutachter Dr. Andreas Plietzsch, Bürgermeister Bernd Albers, Fachbereichsleiter Frank Piper

Hintergrund: Straßenbaumkonzept 2018 für die Gemeinde Stahnsdorf

  • Straßenbäume erfüllen mehrere Funktionen, die dem Bürger in ihrer Gesamtheit oft nicht bewusst sind:

    1.) ästhetische Funktion (als Gestaltungselement im Ortsbild sowie zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität)
    2.) funktionale Bedeutung (als Schattenspender sowie zur Luftkühlung und -befeuchtung, Windbremsung und Feinstaubbindung)
    3.) kulturhistorische Bedeutung (als Spiegel früherer Bepflanzungen)
    4.) naturschutzfachliche Bedeutung (als potenzielle Nist- und Ruhestätten für Tiere)

  • Für das Sachverständigenbüro Brehm war der seit 17 Jahren als öffentlich bestellter sowie vereidigter Sachverständiger tätige Baumgutachter Dr. Andreas Plietzsch mit Notizblock und Fotoapparat im Einsatz. Das Büro war auch mit der Erstellung der Alleenkonzeption für das Land Brandenburg betraut, das 2007 durch den Landtag verabschiedet wurde.