Heinrich-Zille-Park verbindet Boschsiedlung mit jungen Wohnvierteln

Sein Ehrengrab findet sich auf dem Südwestkirchhof, eine der beiden kommunalen Grundschulen trägt seinen Namen und eine durch ihn inspirierte Plastik Emma Maria Langes ziert den Dorfplatz. Nun spielt der Grafiker und Maler und Fotograf Heinrich Zille ein weiteres Mal eine bedeutende Rolle in Stahnsdorfs Ortsbild.

Seit dem 30. September 2020 ist der gebürtige Radeburger und langjährige Berliner Namenspatron für einen Park im Norden der Gemeinde, gelegen in unmittelbarer östlicher Nachbarschaft zum Vicco-von-Bülow-Gymnasium und dem Sportgelände des Regionalen SV Eintracht 1949 e. V.

Das 1,7 Hektar große Areal stellt das Verbindungsstück zwischen der Boschsiedlung und den jungen Wohnvierteln dar, die entlang der Heinrich-Zille-Straße zu finden sind. Darunter fällt auch die Siedlung auf der ehemals bundeseigenen Konversionsfläche (ehemalige Schlieffen-Kaserne). "Von einer unansehnlichen Militärbrache hat sich dieses Gelände binnen zehn Jahren zu einem modernen Schulgelände mit benachbartem Wohngebiet und einem Park mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt", sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Der Park ist jederzeit zugänglich und über die Eingänge an der Alten Potsdamer Landstraße, am Evelyn-Hamann-Ring und der Anni-Krauss-Straße zu betreten. Auf einer Gesamtlänge von 730 Metern ist der Park bestmöglich wildschweinsicher mit Stabmattenzaun eingefriedet. An den Zugängen sind zudem Gitterroste im Boden verbaut, die Huftiere wie das Schwarzwild vom Betreten abhalten.

Baubeginn war im September 2019, abschließende Pflanzungen erstrecken sich noch bis zum Jahresende 2020. Hergestellt wurden 1,3 Kilometer Wege mit einer Breite von 2,5 Metern. Als Untergrund wählte die Gemeinde wasserdurchlässiges Pflaster und Schotter.

Für Aufenthaltsqualität sorgen ein Kletterfelsen, jeweils zwei Schaukeln und Tischtennisplatten, drei Wipptiere, fünf Fitnessgeräte für Erwachsene, ein Unterstand, 14 Sitzbänke und sieben Abfallbehälter.

Auch am grünen Charakter wurde gearbeitet: Gepflanzt wurden 98 Bäume, darunter Spitzahorn, Feldahorn, Rotbuche, Blutbuche, Ginkgo, Amberbaum, Traubeneiche, Ebereschen, Tulpenbaum, Birken, Kiefern und Wildobst. Rund 1.400 heimische Sträucher ergänzen das Bild. Auf 6.000 Quadratmetern ließ die Gemeinde Rasen anlegen, auf weiteren 7.500 Quadratmetern erstreckt sich eine insektenfreundliche Blumenwiese.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 760.000 Euro, wovon rund 70.000 Euro im Rahmen von Festlegungen eines städtebaulichen Vertrags von der Dr. Becker Bauträger GmbH gezahlt wurden.

Vor dem Baubeginn im zweiten Bauabschnitt war die Räumung der Flächen durch den Munitionsbergungsdienst erforderlich. Die Kosten dafür betrugen 67.000 Euro. Die Räumung des ersten Bauabschnitts erfolgte seinerzeit noch durch den ehemaligen Flächeneigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Geborgen wurden in beiden Räumungsphasen insgesamt rund 200 Kilogramm Munition, größtenteils für Handfeuerwaffen.

(30.09.2020)

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