Wohlfühlort für Tier & Mensch zum Leben, Lernen & Selbstversorgen

Feuchtbiotope, Kräuterparadiese und die Rückkehr mittelalterlicher Brauchtümer – nach dem erfolgreichen Projektauftakt 2021 hatte auch die diesjährige Preisverleihung „Insektenfreundlicher Garten“ am 13. Oktober 2022 manch Neues und Wissenswertes zu bieten.

Erneut stand im Fokus, wie man es sich auf seinem Grundstück nicht nur schön machen, sondern dabei auch einen individuellen Beitrag zu den Themen Artenvielfalt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten kann.

18 Haushalte stellten sich während der siebenwöchigen Bewerbungsphase von Mitte April bis Ende Mai 2022 vor. Die neugebildete, vierköpfige Jury aus ehrenamtlichen Hobbygärtner*innen und Naturschützer*innen, die durch den Sachbereich Klimaschutz der Gemeindeverwaltung unterstützt wurde, unterteilte die Bewerbungen in vier Kategorien, an denen man die jeweilige grundlegende Philosophie des Gärtnerns festmachen kann:

─ Gärten mit Sendungsbewusstsein,
─ Kleine Paradiese,
─ Klimakönner-Garten
und
─ Große, bunte Vielfalt.

Bei all ihren Besichtigungen entdeckte die Jury Aspekte, die im Sinne von Flora und Fauna und des Klimaschutzes hervorzuheben sind. Daher war es ihr vordringliches Anliegen, im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung die Möglichkeit zu erhalten, unabhängig von einer individuellen Prämierung die jeweiligen Stärken der einzelnen Gärten hervorzuheben.

In diesem Jahr fanden sich aber auch wieder private Naturparadiese, die durch außergewöhnliche Eigenschaften hervorstachen und daher in ihrer jeweiligen Kategorie gesondert prämiert wurden. Unter anderem fand sich unter den Bewerbungen auch eine Familie, bei der man die Zeidlerei, ein fast vergessenes Handwerk, bewundern kann.

Als „Zeideln“ wurde die vom 16. bis 19. Jahrhundert praktizierte Tätigkeit des Herausschneidens von Honigwaben aus dem Stock bezeichnet. Das Handwerk des Zeidlers bestand darin, die Stöcke des ursprünglichen Waldtiers Biene zu suchen, um dort wertvollen Honig zu gewinnen.

„Hinter so manchem Gartenzaun verbirgt sich ein Refugium, dessen Wert für die Natur unschätzbar ist. Umso wichtiger ist es, die Philosophie dahinter einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich und erfahrbar zu machen. Das ist die große Stärke dieses Projekts“, sagt Bürgermeister Bernd Albers, der gemeinsam mit Klimaschutzmanager Michael Pierog und der Jury durch den Abend führte.

(13.10.2022)


Hintergrundinformationen zu den gesondert prämierten Gärten

  • Preisträger*innen „Kleine Paradiese“
    Renate Purtz hat auf ihrem Grundstück alten Baumbestand erhalten und einen mit Stauden, Sträuchern und blühenden Gehölzen reich bewachsenen Garten geschaffen. Auch der Vorgarten und die halbschattigen Bereiche sind durchgängig vielfältig und insektenfreundlich bepflanzt.

  • Preisträger*innen „Große, bunte Vielfalt“
    Marion Batschon hat mit viel Liebe einen Garten gestaltet, der Mensch und Natur Freude bereitet. Ein großer Teich wird von blühenden Stauden und Kräutern umrahmt. Daran schließt sich ein naturnaher Nutzgarten mit vollbesetzten Wildbienen-Nisthilfen an.
    Uta und Andreas Biedermann nennen eine Allee mit alten Obstbäumen ihr Eigen, umrahmt von Buchenhecken, dazu einen blühenden Nutzgarten, in dem auch für Insekten der Tisch reich gedeckt ist. Ihr Garten ist ein Gewinn für biologische Vielfalt und ein Genuss für die Sinne.
    Petra und Andreas Kautz genießen einen märchenhaften Garten, der in jedem Winkel eine neue Überraschung bereithält. Zahlreiche Wasserstellen von der Insektentränke bis zum Teich sowie Sträucher und Gehölze bieten vielfältige Lebensräume für Insekten und Kleintiere.

  • Preisträger*innen „Gärten mit Sendungsbewusstsein“
    Volker Naumann pflegt in seinem Garten das jahrhundertealte Handwerk der Zeidler, die schon im Mittelalter Bienen in hohlen Baumstämmen hielten. Er informiert und stattet z. B. Kitas mit naturnahen Bienenbehausungen aus. Sein Garten bietet zahlreiche Wildbienen-Nisthilfen, farbenfrohe Stauden, Fassadenbegrünung und eine große Vielfalt an blühenden Nutzpflanzen.
    Der Garten des Zille-Hortes bietet Schüler*innen Gelegenheit zum Lernen, Entdecken und Entspannen. Im Teich wimmelt es von Molchen, Fröschen und Insektenlarven, blühende Hochbeete und Beerensträucher laden zum Naschen ein. Neben Kleewiesen und heimischen Wildstauden locken duftende Rosen.

  • Preisträger*innen „Klimakönner-Garten“
    Im Garten von Stephanie Kessel summt und brummt es auf Schritt und Tritt. Angepasst an das Klima entfalten sich hier besonders insektenfreundliche und trockenheitsresistente Kräuter und Stauden. Heimische Wildblumen dürfen den Rasen erobern und ein Blühstreifen bietet wertvolle Insektennahrung. Stephanie Kessel verschenkt selbst gezogene Pflanzen und berichtet in ihrem Blog über klima- und insektenfreundliche Gartenprojekte.

Begleitende Videodokumentation durch den Sender TKSZeit (Quelle: YouTube-Channel des Senders)

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SB Klimaschutz
Annastraße 3
14532 Stahnsdorf

Herr M. Pierog

Tel.: 03329 646-229
E-Mail: m.pierog@stahnsdorf.de

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